Artist: JAIM

JAIM ist ein wirklich großartiges Talent der Hamburger Streetart Szenerie … er kann nicht nur Stencils, nein er kann auch wirklich gut zeichnen, was er in seinen PasteUps regelmäßig zeigt … er zerlegt häufig seine Figuren in Schichten und Einzelteile … großes Tennis, aus unserer Sicht 😉

JAIM eins

Wie bist du zur Streetart gekommen?

Da ich den größten Teil meines bisherigen Lebens in Altona und St. Pauli gelebt habe, bin ich natürlich schon früh mit bemalten und beklebten Wänden in Berührung gekommen. Ab 14 habe ich begonnen, mich aktiv für das Zeugs an den Wänden zu interessieren und mit 15 kam ich dann ins Gängeviertel, gefühlt jeder Hamburger Straßenkünstler war dort anzutreffen und so habe ich auch die Gesichter hinter der Kunst kennengelernt und begonnen, auch selber die Stadt ein wenig nach meinen Vorstellungen zu gestalten.

Was genau machst du und welche Materialien benötigst du dafür?

Ich mache im Grunde alles mögliche und möchte mich da auch nicht auf eine Sache festlegen. Angefangen hab ich mit Schablonen, bin mittlerweile aber auch zu selbstgemalten oder mit Linoldruckverfahren gedruckten Aufklebern, Paste-Ups und bemalten Disketten und Schallplatten gekommen. Dafür brauch ich meistens nur Farbe, ein paar Stifte und einen schönen Ort, wo das ganze dann rangeklatscht werden kann.

Wie lange brauchst du für ein Kunstwerk?

Das ist natürlich unterschiedlich. Für eine große Schablone mit mehreren Ebenen sitzt man schon einige Arbeitsstunden mit dem Cuttermesser am Schreibtisch, einen Sticker kriegt man aber schon in einer halben Stunde gemalt. Der Prozess des Platzierens im öffentlichen Raum ist natürlich auch noch zeitaufwendig, da es je nach Größe und Ort oft auch Vorbereitung bedarf. Leiter, Kleber, etc.

Was möchtest du damit ausdrücken?

Street Art kann klar erkennbar politisch sein, kann aber auch seine Bestimmung darin finden, die Stadt als großen, grauen Gebäudekomplex nach den Vorstellungen der Künstler zu gestalten und zu verschönern. Wenn auch nur ein Mensch deinen Sticker entdeckt und schön findet, hat sich die Arbeit gelohnt, meiner Meinung nach.
Und auch dieser “unpolitische” Teil der Street Art verfolgt den Grundgedanken, der schon der Graffitikultur, ohne die es Street Art nicht gäbe, zugrunde liegt: „Reclaim the Streets!“ Die Rückeroberung der Straßen durch Einmischung der Bürger.
Dass das nicht jedem passt ist klar, aber Strassenkunst ist auch nichts demokratisches, der Künstler entscheidet, was er schön findet und teilt es mit der Welt.

jaim drei

jaim zwei - collabo mit zaino

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